Geburtstunde der Baumesstechnik
Von Anbeginn an
Im Jahr 1956 wurde nur 11 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg in der Technischen Universität Karlsruhe, genauer gesagt im Institut für Baugrund und Felsmechanik die Arbeitsgruppe Baumesstechnik gegründet und fand in dieser Zeit ihre erste Erwähnung.
Baumesstechnnik beschreibt die Anwendung messtechnischer Verfahren zur Bestimmung physikalischer Größen im Baugrund, die später als Geomesstechnik in die Geomechanik übergegangen ist. Speziell im Bauwesen sollte der Begriff aber weiterhin geläufig bleiben, weil geotechnische Messgeräte vom Grundsatz auch im Bauwesen und innerhalb der Struktur angewendet werden können.
Bis dahin begründet das deutsche Ingenieurwesen seine Annahmen auf der Basis von theoretischen Ansätzen und Berechnungen, deren Herleitung zwar bekannt, aber das Ergebnis stets in Frage geblieben ist. Die Baumesstechnik sollte das ändern und Franz Xaver Glötzl (Der Großvater von Jürgen F. Glötzl. CEO der GGB®mbH) fand einen Einstieg in einer genial einfachen Lösung Druck und Spannungszustände, die für alle theoretischen Annahmen herangezogen wurden, tatsächlich dezentral zu erfassen und zu bestimmen.
Die eigentliche Erfindung
Das hier erstmalig eingesetzte Messgerät in der Baumesstchnik, sie später SHM genannt werden wird, war ein flaches Druckkissen (pressure cell) das mit Quecksilber gefüllt an einem hydraulisc-mechanischen Kompensationsventil angeschlossen wurde. Durch den Innendruck des anliegenden Druckkissens wurde dies geschlossen gehalten. Mit einem Gegendruck von entfernter Stelle öffnete man das Ventil mit einer Hochruck-Handpumpe die bis zu 600 bar aufbringen konnte und las den dazu notwendigen und aufgebrachten Druck mittels mechanischen Manometer an einem entfernten Ort ab. Wenn das Manometer seinen Höchststand erreichte war dieser Kipppunkt, der Moment wo das Ventil aufgingt. Ein Indiz, dass der außen beaufschlagte Druck gleich dem anliegnden Innendruch war.
Das Institut war nun in der Lage, Feld- oder Modellversuche herzustellen, um diese Annahmen zu verifizieren und im Ergebnis messtechnisch näher zu bestimmen. Mit einer Batterie an Umschaltventilen konnte man tatsächlich auch zwischen verschiedenen Messstellen auswählen und hin und her schalten. Alles basierend auf hydraulischen Grundlagen und mechanischer Komponenten im Handbetrieb. Block und Bleistift.
Wer und was?
Dipl.-Ing. Frank Xaver Glötzl arbeitete damals mit Dipl.-Ing. Bösinger eng zusammen und verfeinerten die Technologie weitere drei Jahre um das Messergebnis zu präzisieren und Feinheiten mit dem Umgang, Druck, Mechanik und Fehlerbestimmung (heute Genauigkeit) sicher zu sein.
Mit dieser Arbeit und den publizierten Ergebnisseen sollte es nicht mehr lange dauern, bis Franz X. Glötzl seine eigene Firma gründete um sich für die Instrumentierung seines ersten Staudammprojektes in Osterreich vorzubereiten. Dabei wurde er tatkräftig von seinem Sohn Franz Glötzl als frisch ausgebildeter Feinmessmechaniker-Meister, damals noch Uhrmacher genannt unterstützt.
Hierzu später und an anderer Stelle auch mehr.
