Häufige Fragen zu Bauwerksmonitoring & Messtechnik

Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen rund um Bauwerksmonitoring, Messtechnik und die Systeme von GGB. Von den Grundlagen über Sensorik und Software bis zur Frage, wie Monitoring zur Nachhaltigkeit beiträgt.

Was ist Bauwerksmonitoring?

Bauwerksmonitoring ist die kontinuierliche messtechnische Überwachung von Bauwerken wie Tunneln, Brücken oder Bahnstrecken. Sensoren erfassen Setzungen, Verformungen und Bewegungen – oft in Echtzeit –, um Schäden frühzeitig zu erkennen.

Wann ist ein Bauwerksmonitoring notwendig?

Immer dann, wenn Bauwerke durch Baumaßnahmen, Setzungen oder Alterung beeinflusst werden – etwa bei Tunnelvortrieben, Baugruben neben Bestandsgebäuden oder alternden Brücken. Ziel ist, kritische Bewegungen zu erkennen, bevor sie zu Schäden führen.

Was ist der Unterschied zwischen geotechnischer und geodätischer Messtechnik?

Geotechnische Messtechnik erfasst Kräfte und Bewegungen direkt im Baugrund oder Bauwerk (z. B. mit Inklinometern oder Extensometern). Geodätische Messtechnik bestimmt die Lage von Punkten im Raum (z. B. mit Totalstationen oder Nivellement). GGB kombiniert beide Ansätze.

Was ist faseroptische Messtechnik?

Bei der faseroptischen Messung werden Dehnung und Temperatur entlang eines Lichtwellenleiters über große Distanzen kontinuierlich erfasst. Das eignet sich besonders für lange Strukturen wie Tunnel oder Bahntrassen (GGB-System: GeoLight®).

Wofür dient die Software GKSPro®?

GKSPro® ist GGBs System zur Erfassung, Verwaltung und Auswertung großer Messdatenmengen. Es führt Daten aus verschiedenen Sensoren zusammen und macht sie auswertbar.

Wie werden die Messdaten bereitgestellt?

Die Daten werden über Messeinrichtungen erfasst (GeoWatch®) und internetbasiert visualisiert (GeoAccess®), sodass alle Beteiligten jederzeit auf den aktuellen Bauwerkszustand zugreifen können.

Wie lange dauert ein Monitoring-Projekt?

Das reicht von wenigen Wochen während einer Baumaßnahme bis zu jahrelangem Langzeitmonitoring. Die Dauer richtet sich nach Bauwerk, Risiko und Zielsetzung.

Für welche Bauwerke eignet sich Monitoring?

Für Tunnel, Brücken, Bahnstrecken, Staudämme, Hochbauten und Hänge – überall dort, wo Bewegungen sicherheitsrelevant sind.

Wie trägt Bauwerksmonitoring zur Nachhaltigkeit bei?

Frühzeitig erkannte Schäden ermöglichen gezielten Erhalt statt Abriss und Neubau. Das spart Material, Kosten und CO₂ – Monitoring verlängert die Lebensdauer von Bauwerken.

Welche Sensoren kommen beim Monitoring zum Einsatz?

Je nach Aufgabe unter anderem Neigungs-, Setzungs- und Rissbreitensensoren sowie faseroptische Systeme. Die Auswahl richtet sich nach Bauwerk, Messgröße und geforderter Genauigkeit.

Was ist ein Inklinometer?

Ein Inklinometer (Neigungsmessgeber) misst Neigungsänderungen an einem Bauwerk oder im Baugrund. Moderne Geräte arbeiten mit MEMS-Beschleunigungssensoren und geben die Neigung digital in mm/m aus. In der Bauwerksüberwachung erfassen sie so Setzungen, Verkippungen und Bewegungen über die Zeit – auf Wunsch als Messkette für die Echtzeit-Datenerfassung.

Was ist ein Extensometer?

Ein Extensometer ist ein Messgerät, das den Abstand zwischen einem Anker- bzw. Fußpunkt und einer Kopfplatte bestimmt und darüber Verschiebungen erfasst. Ein Verschiebungsaufnehmer misst die Bewegung mit einer Genauigkeit von rund 0,1 mm (mit Temperaturkompensation). So lassen sich Setzungen und Verformungen im Untergrund oder Bauwerk überwachen – bei Bedarf an bis zu sechs Messpunkten gleichzeitig.

 Was ist ein Fissurometer?

Ein Fissurometer erfasst kleinste Bewegungen an einer definierten Stelle – typischerweise Risse im Mauerwerk. Je nach Ausführung misst es ein- bis dreidimensional, im Bereich von etwa 10–20 mm und mit einer Genauigkeit bis 0,01 mm. Damit lassen sich Rissentwicklungen an Gebäuden und Infrastruktur frühzeitig und kontinuierlich überwachen.

Was ist ein Porenwasserdruckaufnehmer?

Ein Porenwasserdruckaufnehmer ist ein Druckmessgerät mit Filterelement, das den Wasserdruck in porösem Boden oder Fels misst. Über den Filter erfasst der Sensor den hydraulischen Druck im Untergrund. Die Messung des Porenwasserdrucks hilft, die Standsicherheit von Böden, Dämmen und Baugruben zu beurteilen.

 Seit wann gibt es GGB – wie viel Erfahrung hat das Unternehmen?

Die GGB Gesellschaft für Geomechanik und Baumesstechnik mbH wurde 1992 gegründet und verfügt damit über mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Bauwerksüberwachung. Die messtechnischen Wurzeln reichen bis 1958 zurück, als Franz Xaver Glötzl die ersten hydraulischen Sensoren für das Bauwesen entwickelte. Heute führt die Familie Glötzl das Unternehmen in dritter Generation.

Wo ist GGB ansässig – welche Standorte gibt es?

Der Hauptsitz der GGB liegt in Rötha bei Leipzig (Leipziger Straße 14, 04571 Rötha). Darüber hinaus ist das Unternehmen mit zwei weiteren Standorten in Deutschland vertreten: einem Development Center in Dresden und einem Competence Center in Karlsruhe. So ist GGB bundesweit für Monitoring-Projekte erreichbar.

Können Tunnel überwacht werden?

Ja – Tunnelüberwachung ist eine Kernkompetenz von GGB. Das größte Beispiel ist Stuttgart 21, wo GGB über 50.000 Sensoren an 11 Tunneln, 4 Bahnhöfen und rund 100 km Strecke installiert und ausgewertet hat. Erfasst werden Verformungen im Baugrund und an den Bauwerken, ausgewertet mit der Software GKSPro®. So werden kritische Bewegungen erkannt, bevor sie zu Schäden führen.

Kann Monitoring auch im Bergwerk und unter Tage eingesetzt werden?

Ja – GGB überwacht auch Bergwerke, etwa im Salzbergwerk Asse II, wo schon kleinste Gebirgsverformungen hochkritisch sind. Für die feuchten, salzhaltigen Bedingungen entwickelte GGB einen robusten Versatzdrucksensor mit kabelloser Datenübertragung. So wird das Langzeitverhalten des Gebirges auch unter schwierigsten Umgebungsbedingungen zuverlässig erfasst.

Überwacht GGB auch Autobahnen und Brücken?

Ja – GGB instrumentiert auch Verkehrsinfrastruktur, zum Beispiel an den Bundesautobahnen A38 und A72 in Sachsen, wo Streckenabschnitte und Brückenwiderlager überwacht werden. Ziel ist ein langfristig angelegtes Monitoring, das über Jahrzehnte eine vorbeugende Zustandsbewertung sicherstellt und die Betriebssicherheit erhöht.

Lassen sich auch historische Bauwerke überwachen?

Ja – auch historische Bauwerke lassen sich schonend überwachen, etwa am Sendlinger Tor in München, einem historischen Stadttor über einer U-Bahn-Station. Nach festgestellten Schäden an einer tragenden Spannbetonplatte setzte GGB faseroptische Messtechnik direkt unter der Platte ein und machte gelockerte Ankerpunkte flächendeckend sichtbar. Das ermöglicht belastbare Risikoprognosen, ohne die Bausubstanz zu beeinträchtigen.

Was ist Structural Health Monitoring (SHM)?

Structural Health Monitoring (SHM) ist die kontinuierliche, sensorgestützte Überwachung des Zustands von Bauwerken, um Schäden frühzeitig zu erkennen und die strukturelle Integrität zu bewerten. Im Deutschen entspricht SHM dem Begriff Bauwerksmonitoring: Sensoren erfassen Bewegungen, Verformungen, Risse oder Dehnungen – oft in Echtzeit –, sodass sich der Zustand von Brücken, Tunneln oder Gebäuden dauerhaft beurteilen lässt. GGB realisiert SHM von der Sensorik über die Datenerfassung bis zur Auswertung aus einer Hand.

Was ist Geomesstechnik?

Geomesstechnik ist die messtechnische Erfassung von Kräften, Bewegungen und Zuständen im Baugrund und an Bauwerken. Sie liefert die Datengrundlage für Geotechnik und Bauwerksüberwachung – etwa mit Inklinometern, Extensometern oder faseroptischen Sensoren. GGB deckt die Geo- und Baumesstechnik als Gesamtlösung ab: von der Auswahl der Sensorik über die Installation bis zur digitalen Auswertung.

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